Am Sonntag, dem 25. Oktober 2009, hielt Bischof Reiner Sommer vor 94 Teilnehmern den Gottesdienst in der Gemeinde Bad Honnef. Dabei erhielten Reidun Nary-Tamoschatt und Jörg Gatzke den Segen zu ihrer Hochzeit.
Grundlage des Gottesdienstes war der Bibeltext aus 1. Korinther 1, 18: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft.“ Zu Beginn übermittelte der Bischof dem Brautpaar und der Gemeinde Grüße des Apostels und fügt dann den Gedanken an, dass ihm mit dem Brautpaar und der Gemeinde ein Stück gemeinsamer Weg verbindet. Spontan fällt einem meistens dann nur das Gute ein. Der erste Gedanke des Bischofs war die Frage, ob der Bibeltext auch ein Wort für eine Hochzeit sei. Ja, war die Antwort, weil das Wort vom Kreuz die frohe Botschaft des Evangeliums ist.
Gotteskraft ermöglicht alles
Zwischen den Begriffen „Torheit“ und „selig werden“ aus dem Textwort liegen Welten. Wenn wir durch das Wort vom Kreuz selig werden und es zur Gotteskraft wird, müssen wir damit umgehen. Vielen gelingt dies leider nicht. Beispielhaft nennt Bischof Sommer den Bericht von David, der gegen Goliat antritt. In diesem kleinen Mann, der eigentlich nur zu seinen Brüdern kam um ihnen das Essen zu bringen und dann sieht, wie Goliat die ängstlichen Israeliten und Gott verspottet, wird die Gotteskraft ganz groß. Er war nicht ausgerüstet wie Goliat oder hatte viele Waffen dabei. Er kam im Sendungsbewusstsein, mit einer Steinschleuder, 5 Steinen und der festen Erkenntnis im Herzen: „So geht das nicht!“ Eine unglaubliche Geschichte. Die Heilige Schrift berichtet von vielem, was die Gotteskraft im Menschen ermöglicht hat, das wir mit dem Verstand nicht verstehen.
Vergebungsbereitschaft durch Gotteskraft
Die Gotteskraft, durch das Wort vom Kreuz, ermöglicht uns auch vergebungsbereit zu sein. Hier sind, wie bei David, Dinge möglich die großartig sein können. Der Bischof berichtet von einem Elternpaar, deren Kind bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt wurde. Der Unfallverursacher war alkoholisiert und bekam eine Gefängnisstrafe. Er berichtete, dass die Eltern des tödlich verletzten Kindes im Laufe der Zeit Kontakt mit diesem Mann aufnahmen. Zunächst durch Besuche im Gefängnis, später luden sie ihn sogar zu sich nach Hause ein. Dabei wurden den Eltern seine dramatischen Lebensumstände bewusst und es entstand eine Beziehung zueinander, an deren Ende die Adoption dieses Unfallverursachers stand – ein Bericht der eigentlich ganz unglaublich ist. Das Kreuz ist das Zeichen der zugewendeten Liebe Gottes zu den Menschen. Alles ist möglich, wenn diese Gotteskraft in uns lebendig ist.
Hochzeitssegen
Dem Brautpaar gab Bischof Sommer einen Bibeltext aus Jesaja 48, 17 mit auf den gemeinsamen Lebensweg: „So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege, den du gehst.“ In der Ansprache ging der Bischof auf den besonderen Weg der Zuneigung ein, der den Brautleuten auch künftig offen stehe und den in einer Ehe zu gehen ein besonderer Reichtum ist. Er erwähnte auch noch den Weg der Versöhnung, der im Moment des Missverständnisses und Ärgers den Zugang zum Herzen des Nächsten offen halte. "Gott sagt euch zu, diese Wege mit euch gemeinsam zu gehen", so der Bischof Sommer zum Brautpaar.
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